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Häufige Fragen

Häufige Fragen zum WDVS und zum System Class Mat Therm PSE

Antworten auf Grundlage des DTA, der ACERMI-Zertifikate und der technischen Merkblätter von Class’Mat.

Was ist ein Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS)?

Bei einem Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS, englisch ETICS) werden Dämmplatten auf die Außenseite der Wand geklebt — je nach Ausführung zusätzlich gedübelt — und anschließend mit einer Armierungsschicht und einem Oberputz geschützt.

Class Mat Therm PSE ist ein WDVS mit Dämmplatten aus expandiertem Polystyrol (EPS) für Wände aus Mauerwerk oder Beton, im Neubau wie in der Sanierung. Laut DTA (französische technische Zulassung) verbessert es außerdem die Dauerhaftigkeit der Wand, weil es sie vor äußeren Einwirkungen schützt. Mehr dazu im ausführlichen Ratgeber.

Aus welchen Komponenten besteht das System Class Mat Therm PSE?

Das System besteht aus sieben Schichten, vom Sockel bis zum Oberputz:

0 — Profile: Aluminium-Sockelprofil, oberes Abschlussprofil, Putzabschlussprofil. 1 — Kleben: Cm’EPS fix, Cm’Stirofix oder Cm’Armatflex. 2 — Dämmung: EPS Weiß oder EPS Grau. 3 — Befestigung: Schraubdübel TermoZ CS II 8. 4 — Armierungsschicht: Cm’Armatflex mit Glasfasergewebe und Gewebeeckwinkeln. 5 — Grundierung Fixat Pro Universal. 6 — Oberputz: Cm’AcryTop, Cm’SilikatTop, Cm’SiliTop oder Cm’Granitplast.

Welche Dämmstärke ist die richtige?

Die Dämmstärke ergibt sich aus einer Wärmeschutzberechnung für das jeweilige Objekt: Laut DTA wird die Wand mit dem von ACERMI zertifizierten Wärmedurchlasswiderstand R der gewählten Dicke berechnet.

Beispiele aus den ACERMI-Zertifikaten: EPS Weiß 100 mm → R = 2,60 m²·K/W, 160 mm → 4,20, 200 mm → 5,25. EPS Grau 100 mm → R = 3,20 m²·K/W, 160 mm → 5,15, 200 mm → 6,45. EPS Weiß ist von 20 bis 300 mm zertifiziert.

Wenn Maßnahmen gegen die Brandausbreitung über die Fassade vorgeschrieben sind, begrenzt das DTA die Dämmstärke für die dort beschriebene Lösung auf 200 mm (§ 2.5).

EPS Weiß oder EPS Grau: Was ist der Unterschied?

EPS Grau (mit Graphit) dämmt bei gleicher Dicke besser: λD 0,031 W/(m·K) gegenüber 0,038 W/(m·K) bei EPS Weiß. Bei 160 mm beträgt der zertifizierte Wärmedurchlasswiderstand 5,15 m²·K/W (grau) gegenüber 4,20 m²·K/W (weiß). Für denselben Widerstand kann die graue Platte also dünner sein.

EPS Grau muss bei Lagerung und Verarbeitung vor Sonneneinstrahlung geschützt werden (Plane oder Netz, das höchstens 30 % der Sonnenenergie durchlässt). Laut DTA wird es entweder vollflächig verklebt oder in Punkten bzw. Wülsten mit sofortiger Verdübelung (vor dem Abbinden des Klebers) mit 2 Dübeln pro Platte.

Als Einzelprodukte sind beide Platten in Euroklasse E eingestuft; die Klasse B-s1, d0 gilt für das Gesamtsystem (siehe Klasse B-s1, d0). Das DTA nennt einen Heizwert von 0,70 MJ/m² je mm für weißes und 0,75 MJ/m² je mm für graues Polystyrol.

Was bedeutet die Brandverhaltensklasse B-s1, d0?

B-s1, d0 ist eine Euroklasse des Brandverhaltens nach EN 13501-1: „B“ steht für einen sehr begrenzten Beitrag zum Brand, „s1“ für geringe Rauchentwicklung und „d0“ für kein brennendes Abtropfen oder Abfallen.

Laut DTA ist das System Class Mat Therm PSE mit allen vier Oberputzen (Cm’AcryTop, Cm’SilikatTop, Cm’SiliTop, Cm’Granitplast) in zwei Konfigurationen als B-s1, d0 eingestuft: Kleben mit Cm’EPS fix oder Cm’Stirofix und EPS mit 15 kg/m³, oder Kleben mit Cm’Armatflex und EPS mit 13,4 kg/m³. Für andere Konfigurationen ist keine Leistung bestimmt.

Die Dämmplatte allein ist in Euroklasse E eingestuft. Einschränkungen sind möglich, wenn Vorschriften Maßnahmen gegen die Brandausbreitung über die Fassade verlangen.

Was sind ETA, DTA und ACERMI?

ETA-25/0619: die Europäische Technische Bewertung des Systems Class Mat Therm PSE.

DTA 7/26-1828_V1: das „Document Technique d’Application“, die französische technische Zulassung des Systems, gültig bis 30. September 2032. Ihr Anwendungsbereich ist das französische Festland.

ACERMI (französische Zertifizierungsstelle für Dämmstoffe): die Zertifizierung der Dämmplatten, die unter anderem ihre Wärmeleitfähigkeit und ihren Wärmedurchlasswiderstand festlegt. EPS Weiß: Zertifikat 12/150/777; EPS Grau: Zertifikat 15/150/1045.

Die Schraubdübel TermoZ CS II 8 haben eine eigene ETA-14/0372. Alle Dokumente stehen in der Dokumentation zum Download bereit.

Kann das System in Luxemburg eingesetzt werden?

Class Mat Therm PSE ist ein System mit ETA-25/0619, das in Frankreich zusätzlich durch das DTA 7/26-1828_V1 (französische technische Zulassung) bewertet ist. Die ETA ist eine europäische Bewertung; das DTA ist eine französische Zulassung, deren Anwendungsbereich das französische Festland ist.

Prüfen Sie für jedes Bauvorhaben die geltenden Anforderungen an das Gebäude (Wärmeschutz, Brandschutz, Genehmigungen der Gemeinde). Für technische Fragen zu einem Projekt kontaktieren Sie uns.

Auf welchen Untergründen kann das System verarbeitet werden?

Das DTA sieht die Verarbeitung auf ebenen, senkrechten Wänden aus Mauerwerk oder Beton vor, im Neubau oder in der Sanierung. Das System kann auch zur Sanierung eines bestehenden WDVS (Aufdoppelung) eingesetzt werden, im Rahmen der für das Gebäude geltenden Brandschutzvorschriften.

Die Klebemörtel sind insbesondere für Ziegel, Beton und Porenbeton vorgesehen; Cm’Armatflex eignet sich auch für Blocksteine sowie Zement- oder Kalkzementputze. Der Untergrund muss tragfähig, trocken, sauber und fest sein.

Wie lange muss man zwischen den Schichten warten?

Laut DTA muss man nach dem Kleben mindestens 24 Stunden warten, bevor weitergearbeitet wird. Die Armierungsschicht wird in zwei Lagen von je etwa 2,0 kg/m² aufgetragen, mit mindestens 24 Stunden Trocknungszeit dazwischen; ihre Trockenschichtdicke muss mindestens 3,0 mm betragen. Danach sind wieder mindestens 24 Stunden bis zur nächsten Schicht einzuhalten.

Bei kaltem und feuchtem Wetter kann die Trocknung von Klebemörtel, Armierungsschicht und Oberputz mehrere Tage dauern, und die Produkte dürfen in den ersten 24 Stunden nach dem Auftrag nicht gefrieren. Die Mörtel werden zwischen +5 °C und +25 °C verarbeitet. Alle Schritte im Detail: Verarbeitungsratgeber.

Wie dauerhaft ist ein WDVS?

Das DTA schätzt die Dauerhaftigkeit des Systems bei entsprechender Pflege auf mehr als etwa zwanzig Jahre. Es weist darauf hin, dass Verschmutzung in städtischer oder industrieller Umgebung oder Bewuchs mit Mikroorganismen eine optische Pflege vor Ablauf von 10 Jahren erfordern können.

Dies ist die Einschätzung des DTA, keine Garantie. Wartung, Renovierung und Reparatur sind in Kapitel 2.8 des DTA beschrieben, das in der Dokumentation verfügbar ist.

Welcher Oberputz ist der richtige?

Das System bietet vier gebrauchsfertige Oberputze, die alle nach der Grundierung Fixat Pro Universal aufgetragen werden: Cm’AcryTop (Acrylbindemittel), Cm’SiliTop (Silikonharz, wasserabweisend und diffusionsoffen), Cm’SilikatTop (Silikat, mineralischer Oberputz für Fassaden mit hoher Dampfdurchlässigkeit) und Cm’Granitplast (dekorativer Mosaikputz für Sockel und beanspruchte Bereiche).

AcryTop, SiliTop und SilikatTop gibt es in den Körnungen 1,0, 1,5 und 2,0 mm, als Reib- oder Rillenputz. Ausführlicher Vergleich: den richtigen Oberputz wählen.

Wie berechnet man den Materialbedarf?

Der Rechner erstellt die vollständige Liste aus Fläche, Dicke, Dämmstoff und Oberputz. Verwendete Werte: Klebemörtel 4,5 kg/m², Armierungsschicht 4,0 kg/m², 4,2 Dübel pro m², Gewebe = Fläche × 1,1 (Rollen zu 50 m²), Grundierung 0,2 kg/m², Oberputz 2,0 bis 3,0 kg/m² je nach Körnung. Eine Platte 1200 × 600 mm deckt 0,72 m².

Die Mengen sind Richtwerte: Sie ersetzen weder das DTA noch die technischen Merkblätter noch die objektbezogene Planung.

Welche Dübellänge braucht man?

Mindestlänge = Dämmstärke + 10 mm Kleber + Dicke eines eventuell vorhandenen Altputzes + 25 mm Verankerung. Gewählt wird die nächste TermoZ CS II 8-Länge, die gleich oder größer ist (95 bis 455 mm in Schritten von 20 mm). Beispiel: 160 mm Dämmung auf unverputzter Wand → 160 + 10 + 25 = 195 mm → TermoZ 195.

Bohrdurchmesser 8 mm, wirksame Verankerungstiefe 25 mm, oberflächenbündige oder versenkte Montage. Mindestens 3 Dübel pro Platte 1200 × 600 mm; die genaue Anzahl ist nach ETA-14/0372 und dem tatsächlichen Untergrund zu prüfen. Der Rechner wählt die Länge automatisch.

Wo finde ich technische Merkblätter und Sicherheitsdatenblätter?

Das DTA, die ACERMI-Zertifikate und die technischen Merkblätter (TM) aller Produkte stehen in der Dokumentation zum Download bereit, einzeln oder als ZIP pro Schicht. Die Dokumente liegen auf Französisch vor. Die Sicherheitsdatenblätter (SDB) folgen in Kürze.

Gibt es in Luxemburg Förderungen für die Fassadendämmung?

Der luxemburgische Staat veröffentlicht seine Förderungen für energetische Sanierung („Klimabonus“) auf guichet.lu. Bedingungen, Beträge und Verfahren sind dort beschrieben und können sich ändern: Lesen Sie vor Projektbeginn die offizielle Klimabonus-Seite auf guichet.lu.